Brauchen Kinder Einlegesohlen?

Allen Eltern ist das Wohl des Kindes das Wichtigste auf der Welt. Zu der Gesundheit des Nachwuchses gehören natürlich auch gesunde Füße. Doch oft kommt es durch zu enge und nicht richtig passende Schuhe zu Fehlstellungen und Verformungen der Kinderfüße. Dies kommt daher, weil die Füße gerade zu Beginn des Lebens besonders weich und biegsam und wenig schmerzempfindlich sind, so dass Ihr Kind auch bei engen Schuhen nicht unbedingt klagen würde. So fehlt es Eltern oft nicht auf, dass die Schuhe nicht richtig passen. Doch sind Fehlstellungen wie Platt-, Spreiz- und Senkfuß unumkehrbar oder können beispielsweise orthopädische Einlagesohlen die Fußstellungen verbessern?

Kontroverse um den Effekt von Einlagesohlen

Die Effekte von Einlagesohlen werden von orthopädischen Experten allgemein sehr kontrovers diskutiert. Einige Ärzte empfehlen Einlegesohlen und Einlagen sehr, um die Fehlstellungen vorzubeugen oder sie zu korrigieren. Viele Experten sehen dies jedoch völlig anders und raten ganz von den Einlegesohlen ab.  Sie sehen keinen positiven Effekt durch das Tragen von Einlagen. Denn es ist Fakt, dass Babys mit platten Fußsohlen zur Welt kommen und sich das stützende Fußgewölbe erst im Laufe des Lebens und bestenfalls durch viel Barfuß laufen bildet. Einlegesohlen unterstützen das Fußgewölbe und entlasten es, was jedoch die Muskulatur dort langfristig schwächt und so mehr Schaden anrichten kann als vorher da war.

Eine Studie des Wiener Orthopäden Martin Pfeiffer hat bewiesen, dass Einlegesohlen für Kinder keinen Nutzen haben. 54 % der untersuchten Dreijährigen hatten einen Knick-Senkfuß, während es nur noch 26 % bei den Sechsjährigen waren. Dies zeigt den natürlichen Prozess, den Kinderfüße durchlaufen. Denn diese entwickeln sich im Laufe der Zeit von ganz alleine. Und das mit und ohne Einlagen. Es ist deshalb völlig unnötig Kleinkindern mit leichten Fehlstellungen Einlagen aufzuzwingen. Denn in der Studie wurde überdies hinaus  nur einem Fall eine krankhafte Fehlstellung erfasst. Alle anderen Fehlstellungen waren nur leicht. Jedoch trug jedes zehnte Kind Einlagen.

Einlegesohlen meist nicht nötig

Alles im allen sind im Großteil der Fälle Einlegesohlen für Kinder nicht profitable, wenn nicht sogar eher schädlich. Jedoch gibt es auch hier einige Ausnahmen von der Regel. Sollte Ihr Kind schmerzen durch die Fehlstellung erleiden, kann es durchaus hilfreich sein Einlagen zu tragen die seine Füße unterstützen und die Schmerzen mindern. Auch bei krankhaften Fehlstellungen können orthopädische Einlagesohlen von Nutzen sein. Dies ist aber von Fall zu Fall unterschiedlich und sollte auf jeden Fall mit einem Orthopäden abgesprochen werden.

Klar ist jedoch, dass Kleinkindern mit nur leichten und nicht krankhaften Fehlstellungen keine Einlagen aufgezwungen werden sollten, da diese einfach natürlich im Laufe der Entwicklung des Kindes verbessern wird.