Schuhe „Made in Germany“ – Ein Qualitätsnachweis?

Die Kennzeichnung, die während der industriellen Revolution britische Konsumenten auf deutsche Billigware hinweisen sollte, gilt heute als ein allgemeingültiges Qualitätssiegel. Die Vergabe des Siegels „Made in Germany“ ist allerdings freiwillig und so wird ein Großteil der deklarierten Ware im Ausland hergestellt. Das gilt auch für Kinderschuhe.

Irreführung des Verbrauchers

Nahezu alle in Deutschland verkauften Schuhe werden importiert. Ein Großteil davon kommt aus China. Da bleibt nicht mehr viel Raum für Kinderschuhe „Made in Germany“. Handwerkskunst, gute Verarbeitung und hochwertige Materialqualität verbindet man mit dem Siegel, das leider viel zu wenig über die Herkunft der Ware verrät. Auch wenn das Werbeversprechen einer gerichtlichen Prüfung standhalten muss, reicht es schon aus, wenn Einzelteile in Deutschland gefertigt oder verarbeitet werden. Und weil die rechtliche Lage rund um die Zertifizierung so schwierig ist und viele Firmen weiterhin im Ausland hergestellte Ware als deutsches Qualitätsprodukt verkaufen, muss man sich als Verbraucher auf andere Merkmale beim Kauf von Kinderschuhen verlassen.

Siegel und Testergebnisse geben Aufschluss über Inhaltsstoffe

Dazu zählen zum einen internationale Gütesiegel und zum anderen Testurteile von Stiftung Warentest oder Öko-Test. Das ECARF-Siegel der Europäischen Stiftung für Allergieforschung kennzeichnet allergikerfreundliche Schuhe, die ohne schädliches Chrom gegerbt sind. Es ist im Gegensatz zu dem Siegel „Made in Germany“ weltweit anerkannt und wird nur nach eingehender Prüfung vergeben. Neu sind zudem die Siegel der IVN, die ganzheitlich nachhaltig und fair hergestellte Schuhe kennzeichnen. Diese sind zukünftig mit NATURLEDER und/oder NATURTEXTIL gekennzeichnet. Fair gehandelte Schuhe sind mit dem Fair-Trade-Siegel deklariert.

Qualität beim Schuhkauf testen

Schuhmarken wie Kavat oder Bisgaard sind für ihren jahrelangen, hohen Qualitätsstandard und eine ökologische Herstellung bekannt. Unbekannteren Labels sollte man allerdings nicht blind vertrauen. Inhaltsstoffe checken und den Belastungstest vor Ort machen gibt erste Aufschlüsse über den Zustand der Kinderschuhe. Lederschuhe sind gesünder und häufig auch haltbarer als synthetisch hergestellte Produkte. Das gilt auch für das Innenfutter: Natürliche Rohstoffe wie Wolle oder Baumwolle sind gesünder und haltbarer als ein Polyesterfutter. Sich auf Markennamen und Siegel zu verlassen, reicht alleine nicht aus.